Lebendige Geschichtsstunde

Die Domsingschule auf den Spuren der Heldin ihres Musicals „Claras Traum“ – Spende für die Schwestern

Clara Archiv Nachricht (c) Andrea Thomas
Clara Archiv Nachricht
Di 17. Jul 2018
Andrea Thomas
Mit großem Erfolg haben die Schüler der Domsingschule in den letzten Wochen das Leben Clara Feys als Musical nacherzählt. Damit haben sie nicht nur Applaus gesammelt, sondern auch für die weltweite Arbeit der Schwestern vom armen Kinde Jesus.
Taufregister (c) Andrea Thomas
Taufregister

Ihre Spende haben sie nun an die Aachener Schwestern übergeben. Eingerahmt war dies von einer kleinen Exkursion in die Zeit der neuen Seligen.

Wenn die Grundschüler in „Claras Traum“ vom Leben der Arbeiterkinder im Aachen von vor gut 200 Jahren singen und erzählen, und von der Leidenschaft, mit der Clara Fey und ihre späteren Mitschwestern sich für sie eingesetzt haben, dann berührt das ihr Publikum auch heute noch. Besonders wegen der Botschaft, die sie mit dem Stück von Irma und Martin Wüller (Text) und Angelo Scholly (Musik) transportieren: Das ist keine längst vergangene Geschichte. Kinder, die arbeiten müssen, statt zur Schule gehen zu dürfen, gibt es immer noch. Deshalb war bei jeder der zehn Aufführungen in der Schule, im Kloster Michaelsbergstraße und im Kulturzentrum im niederländischen Simpelveld eine Spendenbox mit dabei. Gut 3000 Euro für die Projekte der Schwestern vom armen Kinde Jesus sind so zusammengekommen, die Kindern in Indonesien, Peru, Kolumbien, Lettland und Kasachstan zugute kommen sollen.

Nach der Spendenübergabe ging es in kleineren Gruppen auf Spurensuche. Bei einer Führung mit Schwester Petra Flöck schauten sich die Kinder und einige begleitende Eltern an, wo Clara Fey als Kind in Aachen gelebt und als junge Frau mit ihren Freundinnen ihre Schule und später ihren Orden gegründet hat. Dabei ließ Schwester Petra mit ihren Geschichten die Zeit Clara Feys und ihr Wirken für sie lebendig werden und die Straßen und Häuser rund um den wehrhaften Schmied in einem anderen Licht erscheinen. Interessante Zeitzeugnisse gab es auch im neuen Aachener Diözesanarchiv zu sehen. Leiterin Beate Fleck erläuterte den Gruppen zunächst, wie aus einer ehemaligen Kirche – St. Paul an der Jakobstraße, zu der auch Clara Fey eine enge Beziehung hatte – ein Archiv wird.

Im Lesesaal hatte Beate Fleck für die Domsingschüler einige besondere Dokumente zu Clara herausgelegt. Dazu zählten unter anderem der Eintrag ihrer Geburt ins Taufregister von St. Paul, ein Brief an den damaligen Kölner Bischof, in dem sie um die Erlaubnis zur Ordensgründung ersucht, sowie eine Liste der ersten Schwestern ihrer neugegründeten Ordensgemeinschaft. Aber auch eine noch ganz neue Urkunde. Ob sie eine Idee hätten, was das sein könnte? Nach einigem Kombinieren und ein paar Tipps hatten die Kinder die Lösung: die Urkunde zur Seligsprechung Clara Feys im Mai. Die habe Bischof Helmut Dieser ihr und dem Archiv zur Aufbewahrung anvertraut, erklärte Beate Fleck. Zum Abschluss gab es noch einen Blick in die mit Rollregalen ausgestatteten Archivräume, in denen in Spezialkartons alle wichtigen kirchlichen Dokumente des Bistums aufbewahrt werden.