Als Clara Fey nach Aachen zurückkehrte

Vor fünf Jahren fand die Überführung ihrer Gebeine statt. 2018 wird Clara Fey selig gesprochen.

Beisetzung Clara Fey (c) Bistum Aachen / Josef Heinrichs
Beisetzung Clara Fey
Do 31. Aug 2017
Anja Klingbeil
Clara Fey war eine der ganz großen und mutigen Frauen der Stadt und des Bistums Aachen. Am Samstag, 1. September 2012, wurden ihre sterblichen Überreste in ihre Geburtsstadt Aachen überführt.
Beisetzung Clara Fey (c) Bistum Aachen / Josef Heinrichs
Beisetzung Clara Fey

Aachen um 1830 - eine Stadt im Umbruch der beginnenden Industrialisierung. Die weltweite Wirtschaftskirse verursacht soziales Elend, die Bevölkerung steigt rapide an. Die Menschen leiden unter Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot sowie fehlenden Bildungschancen. Für große Teile der damaligen Bevölkerung ist ein menschenwürdiges Leben kaum möglich. 
Clara Fey, geboren am 11. April 1815, wächst in einem wohlhabenden Elternhaus auf. Ihr Vater besitzt in Aachen eine Spinnerei, ihre Mutter stammt aus einer angesehenen Familie. Im Haus der Eheleute Fey in der Bendelstraße treffen sich Pfarrer, Kapläne und Laien, um die Zeichen der Zeit, d.h. damals der Industrialisierung und des Pauperismus, im Licht des Evangeliums zu deuten und die katholischen Kräfte für eine gerechte und menschliche Ordnung der Gesellschaft zu mobilisieren. Clara erlebt diese Treffen mit, atmet den Geist des neuen Aachener Katholizismus ein und findet darin ihre Lebensaufgabe: den Schwächsten der Gesellschaft, den Kindern, zu helfen. 1837 - selbst gerade erst 22 Jahre alt - eröffnet sie mit Freundinnen der Pfarrei St. Paul eine Armenschule.

Soziales Engagement

1844 gründet Clara Fey unter Einsatz ihres gesamten Vermögens das erste Waisenhaus. Aus diesem sozialen Engagement entwickelt sich im gleichen Jahr die Ordensgemeinschaft "Schwestern vom armen Kinde Jesus". Die Bildungsarbeit ihrer Kongregation ist genau die Antwort, die die notvolle Situation der bildungsfernen Kinder, besonders der Mädchen, erfordert. 1872 zählt die Gemeinschaft bereits mehr als 670 Schwestern und betreut 12.000 Kinder und Jugendliche. Kindertagesstätten und Wohnheime werden gegründet. 1875 müssen die Schwestern jedoch unter dem Druck von Bismarcks Kulturkampf gegen die Kirche, besonders gegen ihre Bildungsarbeit, aus Preußen weichen. Viele Schulen werden geschlossen. Clara Fey lässt sich jedoch nicht entmutigen. In Simpelveld jenseits der niederländischen Grenze schafft sie eine neue Basis. Dort wirkt sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1894. 1934 werden ihre Gebeine in einem Grabmal im Innern der Klosterkirche beigesetzt. 
134 Jahre nachdem Clara Fey vom Aachen nach Simpelveld umgezogen war und 118 Jahre nach ihrem Tod, kehrt sie am 1. September 2012 nach Aachen zurück. Ihre vorläufige Ruhestätte hat sie seitdem in der Bischofsgruft des Aachener Doms gefunden, die sonst nur den verstorbenen Bischöfen vorbehalten ist. 

Seligsprechung im kommenden Jahr

Im Mai diesen Jahres hat Papst Franziskus das Dekret zur Seligsprechung der Aachener Ordensgründerin Clara Fey autorisiert. „Mit dieser Entscheidung wird die Gründerin des Ordens der Schwestern vom armen Kinde Jesus für ihren Glauben, ihre Spiritualität und ihr Werk der tätigen Nächstenliebe gewürdigt", sagt der Aachener Bischof, Dr. Helmut Dieser.
Die Feier der Seligsprechung wird im nächsten Jahr im Hohen Dom zu Aachen stattfinden. 
Weitere Informationen zur Ordensgründerin Clara Fey und zur Kongregation der Schwestern vom armen Kinde Jesus unter www.manete-in-me.org 

Beisetzung Clara Fey (c) Bistum Aachen / Josef Heinrichs
Beisetzung Clara Fey (c) Bistum Aachen / Josef Heinrichs
Beisetzung Clara Fey (c) Bistum Aachen / Josef Heinrichs
Beisetzung Clara Fey (c) Bistum Aachen / Josef Heinrichs
Beisetzung Clara Fey (c) Bistum Aachen / Josef Heinrichs
Beisetzung Clara Fey (c) Bistum Aachen / Josef Heinrichs