Aachener Zeitung Nr. 239
Dienstag, 15. Oktober 2002

Kinder vor dem Schuleintritt fördern

Aachener Projekt als Antwort auf PISA-Studie

 

Kinder vor dem Schuleintritt fördern
Aachener Projekt als Antwort auf PISA-Studie
Aachen. Um Kindern den Übergang von Kindergarten zur Schule zu erleichtern, haben das Aachener Studienseminar für die Primarstufe und die Bischöfliche Clara-Fey-Schule ein Gemeinschaftsprojekt ins Leben gerufen. Dabei sollen Lehramtsanwärterinnen für die Grundschule und angehende Erzieherinnen gemeinsam Förderkonzepte für Schulanfänger erarbeiten. Im Blickpunkt sind dabei die grundlegenden Fähigkeiten wie Wahrnehmung, Koordination, Kommunikation, soziale und emotionale Kompetenz sowie Konzentration und Ausdauer. „Darin wollen wir gerade die Kleinen fördern, weil das die Grundlage für jede weitere schulische Entwicklung ist", erklärt Gerhard Retterath, Leiter des Studienseminars. Gemeinsam mit Dr. Rudolf Nottebaum, dem Leiter der Bischöflichen Clara-Fey-Schule, die Erzieherinnen ausbildet, will er hier ansetzen. Neu ist, dass jetzt zukünftige Pädagogen in Grundschule und Kindergarten die Arbeit der jeweils anderen kennen lernen. Hintergrund des Projektes, dass im Frühjahr starten soll, ist eine Empfehlung der PISA-Studie, dass Kinder bereits vor Eintritt in die Schule gefördert werden sollten. Bis zum Jahresende soll daher den Kindergärten des Landes vom Schulministerium ein Schulfähigkeitsprofil für zukünftige Grundschulkinder zugestellt werden. „Entscheidend ist, dass alle in den gleichen Kategorien denken", sagt Retterath. Vielfach wüssten Erzieher und Erzieherinnen zu wenig von der Schule und Lehrer und Lehrerinnen zu wenig vom Kindergarten. In gemischten Kleingruppen werden sie pädagogische Einrichtungen besuchen und ihre Erfahrungen gemeinsam auswerten. Denn schließlich sollen Kindergärten und Schulen bereits vor der Einschulung die Eltern der neuen Schüler über notwendige vorschulische Förderung beraten. (az)